

Das Leben ist ein Geschenk, ein großartiges, faszinierendes, reich machendes Geschenk. Wie können wir ein erfülltes Leben finden? Ich habe in vielen Gesprächen ergründet, was Menschen ausmacht, die positiv leben. Ich fand eine Tür und einen Schlüssel.
Manche Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, ihr Instrument zu stimmen, während das Lied ihres Lebens ungesungen bleibt. Andere singen einfach drauf los, ohne den Text oder die Melodie zu kennen und ohne das Instrument gestimmt zu haben.
Wäre es nicht eine gute Idee, dieses eine wertvolle Leben, das wir haben, bewusst zu leben, gesund, durchdacht und erfüllt? Fünf Faktoren machen ‘bewusst leben’ möglich.
Wenn Sie jeden Tag wie ein Geburtstagsgeschenk auspacken, die Schleifchen öffnen, das Papier sorgfältig auftrennen, dann prägt das die Intensität und das Bewusstsein Ihres Lebens: Sie sind gespannt, was wohl drin ist. Sie staunen, dass jemand sich liebevoll Gedanken macht, was Ihnen Freude bereiten könnte. Wie werden Sie dieses Geschenk am Besten nutzen? Wer so jeden Tag Geburtstag feiert, wird nicht schneller älter, sondern bleibt länger jünger. Sie lächeln öfter und atmen tiefer durch. Und wer öfter lächelt, hat am Ende auch mehr Grund zum Lachen.
Keiner würde seine Wertsachen unbeaufsichtigt auf der Parkbank liegen lassen. Bevor wir jemandem unsere Schätze anvertrauen, stellen wir sorgfältige Nachforschungen an. Wir informieren uns, wie wir Wertgegenstände pflegen und instand halten sollten. Und unser Leben? Wer darf nicht alles unsere Gedanken beeinflussen, ohne dass wir vorher seine Agenda analysiert hätten? Wie achtlos gehen wir oft mit unserer Gesundheit um, wie verschwenderisch mit unserer Zeit, wie unbedacht mit unseren Freunden! Etwas zu schätzen heißt, sich bewusst zu machen, dass wir es verlieren könnten. Wer sein Leben und die Freiheit wertschätzt, der schützt sich vor schädlichen Einflüssen und freiheitsraubenden Angewohnheiten.
In dem Buch ‘Payback’ stellt der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher fest, wie moderne Medien uns in den Bann ziehen. Wie können wir unsere Freiheit schützen? Diese Frage müssen wir auch gegenüber unserem Erfolg, unserem Wohlstand, unserem Geld stellen: Dient er beziehungsweise es uns – oder wir ihm? Das erfordert einen kontinuierlichen Denkprozess.
Großzügig geben schützt vor der Herrschaft des Geldes, regelmäßiges Reflektieren des Tagesablaufs schützt vor schlechten Gewohnheiten, Zeitdiebe entlarven dämmt den Anteil ungenutzter, vergeudeter Gelegenheiten und kultivierte Gedankenhygiene schützt vor der Karies des Werteverfalls.
Noch nie stand die Menschheit vor größeren Herausforderungen als jetzt. Was tun – kapitulieren oder gestalten? Der Schöpfer hat den Menschen für Großes geschaffen, für Herausragendes, für Bedeutendes. Aber viele geben sich mit Kleinkariertheit, Bürokratie und Banalitäten zufrieden.
Bewusst leben heißt ‘Think big!’ Analysieren Sie Ihre persönlichen Stärken und überlegen Sie, wie Ihre Talente die Welt zu einem besseren Ort machen können! Suchen Sie nach dem Hebel, um nicht nur Ihren Vorgarten zu verschönern, sondern den ganzen Vorort! Erfinden Sie ein Produkt, das nicht nur das Problem eines Kunden löst, sondern einer ganzen Generation! Schicken Sie das nächste Gedicht nicht nur einer Freundin, sondern drucken Sie es auf eine Postkarte! Je größer Sie denken, desto großartiger wird das Leben.
Das schönste Ziel ist eine Farce, wenn wir nicht gelernt haben, zu planen und zu priorisieren. Das lernt eigentlich jeder in der Schule, im Studium und im Beruf. Aber wer plant ein, ‘bewusst zu leben’?
Investieren Sie morgens fünfzehn Minuten in Ihre Prioritätenliste! Verankern Sie Strategiezeiten wie Meilensteine im Kalender! Persönliche Zeit mit den wichtigsten Menschen muss geplant und eingehalten werden. Nur so haben Sie ein echtes Lebensgefühl und werden nicht von den Dringlichkeiten des Tages überrannt.
Jeder Lebenszyklus geht einmal zu Ende. Ihr Leben wird eines Tages zu Ende gehen. Garantiert. Deshalb gehört es unbedingt dazu, über den Tag hinaus zu denken. Was sollen die Menschen dann über Sie sagen? Was werden Sie selbst sagen, wenn Gott Sie am Ende Ihres Lebens fragt: ‘Was hast du mit deinem Leben gemacht?’ Und was wird er dann sagen?
An das Ende des Lebens zu denken, kann der Anfang eines erfüllten Lebens sein. Gute Entscheidungen sind immer vom Ende her durchdacht. Die Frage nach finanziellen Ressourcen, Kapazitäten und Kraftreserven muss bei jedem Unternehmen zu Ende gedacht werden. Für das Unternehmen ‘Leben’ gibt es eine erstaunliche Energie-Quelle. Sie versorgt durch dick und dünn, bis ans Ende und darüber hinaus. Diese Quelle ist Jesus Christus und sein Versprechen: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie wieder hungern. Wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.«1 Wer Durst auf ein erfülltes, fruchtiges, sattes Leben hat, kann keine bessere Tür finden. Deshalb sagt Jesus von sich auch: »Ich bin die Tür.«2 Das ist der Schlüssel. Entscheiden Sie sich für ein positives Leben!
Manchmal löst allein das Wörtchen ‘positiv’ die höchste Alarmstufe aus als bestehe Gefahr: ‘Rosarot, unrealistisch, verträumt, esoterisch, untauglich!’ Was für eine erstaunliche Verzerrung! Positiv ist doch der Normalfall. Plus ist besser als Minus. Das Positive anzustreben, zu erhoffen, zu erzwingen, zu erwarten – alles andere wäre doch ungesund. Positive Beziehungen, positive Arbeitsergebnisse, positive Kontostände – all das ist doch nicht gefährlich, sondern erstrebenswert.
Negativität kostet Energie und ist nicht wertschöpfend. Das Schöne wird ignoriert, die Realität schlecht geredet und die Zukunftsaussichten schwarz gemalt. Wird kritisiert, weil man fürchtet, wer etwas positiv einschätzt, könnte für dumm gehalten werden? Lebensfreude, Ideenreichtum und Gestaltungskraft gehen dabei verloren.
Die Zukunft unserer Gesellschaft und unseres Lebens steht auf dem Spiel, denn Zukunft braucht Vertrauen und Vertrauen ist grundpositiv. Positiv heißt nicht, es gäbe keine Herausforderungen, Hindernisse oder Rückschläge. Positiv heißt zu vertrauen, dass Kraft vorhanden sein wird, die Prüfungen zu meistern. Positiv ist also nicht ein illusorisches Traumland, sondern der Grundanspruch unseres Lebens. Wie kann ich die Weichen stellen, um positiv zu leben?
Die Wahrheit lässt sich erkunden und finden. Zu häufig übernehmen wir landläufige Ansichten statt zum Kern durchzudringen. Oft lassen wir uns von Lebenslügen leiten statt von Impulsen. Andere scheuen jede Art der Veränderung so sehr, dass sie die Wahrheit lieber nicht wissen wollen, weil dadurch ja eventuell eine Veränderung ausgelöst würde.
Finden Sie doch einmal die Wahrheit zu folgenden Fragen:
• Wenn ich mein Leben auf die Waage lege, die guten Seiten des Lebens in die eine, die eher unangenehmen Seiten in die andere Waagschale – welche überwiegt?
• Woher kommen die guten Dinge, die Annehmlichkeiten und Erfolge in meinem Leben? Wer hat das erdacht und ermöglicht? – Wem schulde ich Dank?
• Worauf kommt es im Leben wirklich an?
• Was ist eigentlich der Sinn des Lebens?
• Wenn wahr ist, dass Gott mich persönlich bedingungslos liebt, was bedeutet das konkret für mich?
Stehen die Antworten bisher geglaubten Lebenslügen entgegen? Fragen nach der ultimativen Wahrheit sind immer Fragen nach Gott und nach dem Sinn des Lebens. Sind diese geklärt, verändert sich die Sehschärfe und die Wahrnehmung.
Es gibt vier Filter für eine realistische, positive Wahrnehmung: Dankbarkeit, Zuversicht, Hilfsbereitschaft und Beziehungen.
Helmut Kohl nannte ‘Dankbarkeit’ eines der schönsten Worte der deutschen Sprache. Die Wahrnehmung aller Ereignisse ändert sich mit einer dankbaren Grundeinstellung. ‘Vergiss Kränkungen, aber nie Freundlichkeiten’, lautet das Motto.
‘Zuversicht’ ist die Schwester der Dankbarkeit: Zukunft, Vertrauen und Weitsicht in einem Wort. Zuversicht ist eine kostenlose, unbegrenzte Ressource. Aber wir zahlen lieber 2 Euro für den Liter Benzin als kostenlos Zuversicht zu tanken. Zuversicht und Dankbarkeit sind immer angebracht – und bewirken immer Positives.
Genauso wie Hilfsbereitschaft. Anderen zu helfen ist nicht nur natürliche Pflicht, sondern auch ein Geschenk. Wer helfen darf, sieht auf einmal, wie gut es ihm selbst geht und wie wichtig seine Rolle in der Gesellschaft ist.
Das gelingt am erfolgreichsten, wenn gute Beziehungen gepflegt werden. Auch zu höheren Instanzen. Das wertvollste Vitamin B ist eine persönliche Beziehung zu Gott. Wer ihn ‘Vater’ nennt, ruft notfalls einfach nach väterlicher Unterstützung. Und schon ist die schwerste Aufgabe machbar. Wenn Sie in der Bibel lesen, kommen Sie an eine Stelle, die sagt, dass ‘denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.’3 Wer das glaubt, entwickelt eine komplett neue Wahrnehmung von Lebensrealitäten.
Wer die Zukunft nicht kennt, muss mit Szenarien arbeiten, die er dann mit Wahrscheinlichkeiten gewichtet, um entscheiden und agieren zu können. Es gibt ein kleines Geheimnis, um in jeder noch so ungewissen Situation positiv leben zu können: Machen Sie sich das negativste Szenario bewusst. Planen Sie, wie Sie selbst dieses Szenario meistern, dann schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein – und die Welt ist wieder im Lot.
Die wichtigsten Bereiche des Lebens: Beziehungen, Beruf, gesellschaftliche Aufgaben und persönliche Weiterentwicklung gehören wie das Armaturenbrett Ihres Autos ins ständige Blickfeld. Wenn Sie wöchentlich die Entwicklung in all diesen Bereichen Revue passieren lassen, wenn Sie bereit sind, selbst wahrgenommene oder von Freunden zugeraunte Warnsignale zu erkennen, dann werden Sie aufkommende Unwetter positiv meistern oder umschiffen. Die Voraussetzung dieses kontinuierlichen Verbesserungsprozesses ist Demut. – Die Bereitschaft, sich selbst kritisch zu reflektieren sowie Korrekturen anzunehmen und umzusetzen.
Oft sind die kleinen notwendigen Reparaturen eher unkomplizierte, positive Angelegenheiten. Allerdings schleicht sich leicht der Fehler ein, Wartungsintervalle zu verlängern, wenn kein akutes Problem vorliegt. Sie kennen das vom Zahnarztbesuch. Hätten Sie nur den jährlichen Termin eingehalten – die Wurzelkanalbehandlung wäre nicht nötig geworden. So ist es mit dem Leben. Es gehört regelmäßig auf den Prüfstand. Dann sind die ‘kleinen Reparaturen’ positive Erlebnisse. Das Leben ist wie ein kleines Segelboot auf dem großen, unberechenbaren Ozean, das von den Wellen nur soviel Respekt erhält wie eine Walnussschale erntet. Die Bedingungen können so rau werden, dass vom Spaß am Segeln im besten Falle Sarkasmus übrig bleibt. Wie kann man da positiv leben? Der Schöpfer des Universums bietet uns an, als Lotse an Bord zu kommen. Er kennt die Klippen, die Stürme, die Gefahren. Wer Weihnachten feiert, kann dieses Geheimnis verstehen: Gott kommt als Lotse persönlich an Bord. Und das ist kein idyllisches Märchen für ein jährliches Ritual, sondern möglich werdende Realität für jeden Tag: Jesus an Bord! Wenn wir nur sagen: ‘Komm, ich brauche dich!’ In der Bibel heißt es: »Siehe, ich stehe an deiner Tür und klopfe an. Wenn du die Tür öffnest, werde ich hereinkommen und gemeinsam mit dir zu Abend essen.«4 So einfach ist das. Und positiver geht es nicht.
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1 Die Bibel, Johannes-Evangelium, Kapitel 6, Satz 35 (Übersetzung ‘Neues Leben’)
2 Johannes-Evangelium, Kapitel 10, Satz 9
3 Römerbrief, Kapitel 8, Satz 28
4 Offenbarung, Kapitel 3, Satz 20